Ich möchte ein Elefant sein
Hier ist eine nicht-ausgedachte Geschichte:
Nach einem Bad im Pool ließ sich der dreijährige Enkel Andreas gnädigerweise ein Märchen vorlesen. Der inspirierte Großvater las mit Gefühl, Verstand, Arrangement, Knurren, Fressen und Heulen mit verschiedenen Stimmen den Bären, Hasen, Huhn, Entlein, Kätzchen, Kinder und als er bei Rotkäppchen ankam, wurde er heiser und erschöpft… Der Enkel war noch in guter körperlicher Verfassung und fragte beharrlich, um das Handlungsmotiv jeder Figur zu erfahren:
– Nun und warum …?
Opas Antworten waren in der Regel nicht überzeugend, und er rettete sich oft, indem er die Aufmerksamkeit des wissbegierigen Wunderkindes auf ein neues Bild oder eine neue Figur lenkte. Diesmal war es ein Stumpf: gedrungen und stämmig, mit wulstigen Augen, einem großen Mund und einer fein säuberlich gefeilten Schweinenase… Diese Nase wurde zu einem Stolperstein.
– Warum hatte er so eine Nase? Warum war sie abgesägt?
Der arme Opa stellte eine Theorie nach der anderen auf, aber es nützte nichts. Weder die Physik, noch die Chemie, noch die Anatomie, noch die Holzfäller, noch das Inhalieren, noch das Schnäuzen, noch das Weil und das Darum – das Problem blieb in der Luft hängen. Dann beschloss Großvater, die verbotene Technik anzuwenden.
– Nun, Andreas, es ist doch einfach hässlich, mit einer riesigen, langen, bis zum Boden hängenden Nase zu sein. Na, stell dir mal so eine bei dir vor, bis zu den Füßen, eh?
Andreas rollte mit den Augen, stellte sich so ein Bild sofort vor und rief triumphierend aus:
Na ja, vielleicht möchte ich ein Elefant sein!!!!….
So, das war’s.